Fisch, Fleisch oder Generalist - also ein bisschen von beidem?

Lieber Generalist - Du kannst mehr als Du denkst!

Da mir, als bekennender Generalist, das Thema am Herzen liegt und ich mit allen Generalisten mitfühlen kann, möchte ich heute näher auf das Thema eingehen, Dir Mut machen und für Dich bei potentiellen Arbeitgebern vielleicht auch ein wenig „das Eis brechen“.  

Fangen wir bei der Definition von Generalist & Spezialist an:
Der Generalist behält den Überblick über das große Ganze, lernt sehr schnell, aber legt sich ungern auf nur ein Themengebiet fest. Abwechslung in seiner Tätigkeit ist ein Muss, nur so läuft er zur Höchstform auf. Generalist:Innen sind also zum einen flexibel einsetzbar, wobei zum anderen das genaue Berufsbild eher unklar ist. Sie wechseln oftmals in unterschiedlichste Branchen und Berufsbezeichnungen, man kann lediglich sagen: sie sind dort Zuhause wo Entscheidungsfreiheit, Flexibilität & Gestaltungsspielraum geboten ist.

Der Spezialist hingegen ist absoluter Experte in seiner Branche und seinem Fachgebiet. Dadurch hat er im Unternehmen schnell den Expertenstatus erreicht und seine Karrierelaufbahn gleicht einem signalroten Faden. Er schert nicht zu weit aus, ist glücklich mit wiederkehrenden Arbeitsmustern und fühlt sich in seiner gewohnten Arbeitsumgebung sicher und wohl.

Vergleicht sich also der der Generalist mit dem Spezialist, bekommt er oft das Gefühl er sei „Von-allem-Etwas-aber-ein-nichts-richtig-Könner“. Und genau das muss aufhören, denn es gibt genügend Gründe warum vor allem kleine und mittelständische Unternehmen nicht nur Spezialisten, sondern auch Generalisten alias „Mit-Anpacker“ & „Über-den-Tellerrand-Blicker“ brauchen.

Der Unterschied bei der Jobsuche
In meiner Laufbahn als Karriereberater & Personalberater sind mir schon unzählige Spezialisten und Generalisten begegnet. Natürlich fällt Spezialisten die Jobsuche oftmals leichter. Ihr Weg ist klar gezeichnet und sie können bei der Jobsuche mit expliziten Jobtiteln arbeiten.

Bei Generalisten ist das anders. Sie können nicht klar betiteln nach welchem Job sie suchen oder in welcher Branche sie sich sehen. Der große Unterschied ist also: Der Spezialist sucht nach einer klaren Jobbezeichnung, wobei der Generalist sich seinen Arbeitgeber sucht. Er sucht eher nach Softskills in Unternehmen, mit denen er sich identifizieren kann. Er wünscht sich keinen kontrollierenden Chef, der ihm den Weg vorgibt, sondern eher einen Mentor auf Augenhöhe, von dem er Neues lernen kann und der ihm die Freiheit gibt auch eigene Lösungsansätze zu testen. Weitere Prioritäten sind ein Team, dass an einem Strang zieht aber auch die Identifikation mit dem Produkt oder der Dienstleistung.

Ich höre da so ein leises „Mimimi“. Dafür gibt es keinen Grund,  denn Universalgenie ist auch eine Stärke
Liebe Generalisten, es ist an der Zeit Euch Eurer Stärken bewusst zu werden. Ich möchte Euch mit ein paar Stichworten dabei helfen: Flexibilitätsweltmeister, Alltagsbeherrscher, Vielebälleinderlufthalter, Kreativeideengeber, Lösungsfinder, Steineausdemwegräumer usw. Was ich damit sagen möchte ist, dass Ihr Euch auf Euren Weitblick, eure Stärke analytisch und strategisch zu denken und die Kraft Neues zu erlernen, verlassen könnt. Ihr seid vielseitig einsetzbar und ein echter Zugewinn für jeden Arbeitgeber. Ich persönlich sehe Generalisten eher in kleinen oder mittelständischen Unternehmen, denn hier gibt es kurze Entscheidungswege und die Möglichkeit sich vielseitig in das Unternehmen einzubringen.

Liebe Personalverantwortlichen & Geschäftsführer, die Eierlegende Wollmilchsau werden auch Sie nicht finden!
Auch ich habe sie gesucht, damals als ich noch nicht so viel über mich als Generalist wusste. Heute wo ich weiß was genau ein Generalist ist und welche Stärken er hat, ist es mir viel wichtiger die richtigen Leute auf der richtigen Position zu haben. Für mich gibt es kein pauschales besser oder schlechter – in einem funktionierenden Team brauchen wir beide Charaktere.

Haben Sie nicht auch ein bisschen was von dem Gen-G? Sie jonglieren doch täglich auch zwischen unterschiedlichsten Aufgaben und Themen. Warum sollten wir also im Lebenslauf immer nach einem sturen Muster suchen, anstatt über den Tellerrand hinaus zu blicken? Selbstverständlich, das möchte ich hier nochmals in aller Deutlichkeit sagen, braucht man Spezialisten in seinem Unternehmen – ihr Know-how ist von großer Bedeutung. Aber braucht man immer wirklich für jede Position exakt diese Branchenerfahrung? Nein, davon bin ich überzeugt.

Lassen Sie mich ein Beispiel aus dem wahren Recruiting-Leben nennen:
Ein Unternehmen ist auf der Suche nach Vertriebsmitarbeiter:innen im Bereich Kunststoffartikel. Mir wäre hier wesentlich wichtiger, dass meine Bewerber:in den Überblick über die Aufträge behält, charmant und zuvorkommend mit Kunden und Lieferanten kommuniziert als, dass sie/er mir die genaue Zusammensetzung eines Kunststoffkoffers nennen kann. Denn Generlisten wissen nicht alles, wissen aber wo und wie sie an ihre Infos kommen. Bei der Mitarbeitersuche im Vertrieb oder dem Customer Service, empfehle ich Ihnen folgendes: Schauen Sie sich doch auch mal im Bereich der Gastronomie und Hotellerie um, hier finden Sie Menschen die vielseitig einsetzbar, stressresistent und zuvorkommend sind – außerdem Tragen Sie das Gastfreundschafts-Gen in sich und Sie können sich darauf verlassen, dass Ihre Kunden voll umsorgt werden.

Zum Abschluss möchte ich unbedingt noch erwähnen, dass wir nicht „schwarz-weiß denken“. Selbstverständlich gibt es auch Generalisten, die sich auf ein Fachgebiet spezialisieren und Spezialisten, die über den Tellerrand hinausblicken und viele Bälle gleichzeitig in der Luft halten.

Sie sind Generalist, Spezialist oder auf Personalsuche und haben Fragen oder Anregungen zu diesem Thema?
Kontaktieren Sie mich - ich freue mich über den Austausch mit Ihnen!

Ihr Ansprechpartner

Andreas Maurer

Zeel GmbH
Rundfunkplatz 2
80335 München
t +49. 89. 1890467 10

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